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Überörtliche Gemeinschaftspraxis


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Ballondilatation der Tuba auditiva

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Tuba auditiva

Ballonkatheter in der Tube vor der

Dilatation

Ballonkatheter in der Tube während der Dilatation

Der Bielefelder Ballonkatheter - eine neue Therapieform bei chronischer Tubenfunktionsstörung

Die Entwicklung von Ballonkathetern, zum Beispiel für die Erweiterung von Herzkranzgefäßen, ermöglichte in der jüngeren Vergangenheit revolutionäre Behandlungskonzepte, die zuvor undenkbar waren. Die Übertragung dieser Technik auf die Dehnung der Ohrtrompete bietet zum ersten Mal die Möglichkeit, die Ursache von chronischen Mittelohrentzündungen kausal zu therapieren. Bislang konnte nur die Einlage von Paukenröhrchen mit all ihren hieraus resultierenden Problemen (wiederkehrende akute Mittelohrentzündungen, Tauchunfähigkeit etc.) eine Besserung der Symptomatik erreichen.                                                          

Eine Vielzahl von Patienten mit chronischen Erkrankungen des Ohres haben Probleme mit der Ohrbelüftung - der Leidensweg zieht sich oftmals über viele Jahre hin. In der Vergangenheit gab es viele therapeutische Ansätze (Tubenendoskopie, Tubenlaserverfahren, Golddraht einlegen, Tubensprengung und vieles mehr), die sich jedoch sämtlich nicht nachhaltig durchgesetzt haben. Nun ergibt sich seit 2010 mit der Idee von Herrn Professor Holger Sudhoff (Klinikum Bielefeld) und der technischen Entwicklung durch die Firma Spiggle & Theis Medizintechnik GmbH die Möglichkeit, Tubenfunktionsstörungen zu diagnostizieren und zu therapieren. Die Behandlung der erkrankten Ohrtrompete ist gut und sicher durchzuführen und wird nun auch in unserer Klinik angeboten. Das System besteht aus einem diagnostischen und einem therapeutischen Teil. Die Prozedur ist für den Patienten nicht belastend und lässt sich zügig durchführen. Diese neue Methode ist sehr vielversprechend, gibt eine gute Aussicht auf Erfolg, so dass oftmals die dauerhafte Einlage von Paukenröhrchen unnötig ist.


Die Tuba auditiva (Ohrtrompete)

Die Tuba auditiva (auch Tube, Eustachische Röhre oder Ohrtrompete genannt) verbindet den Nasenrachen mit dem Mittelohr. Durch Muskelzug, z.B. beim Schlucken, kann die Tube geöffnet werden und es kommt zum Druckausgleich zwischen dem Druck im Mittelohr und dem Umgebungsdruck. Dies ist vor allem für den Ausgleich von Druckschwankungen z.B. während des Fliegens oder Tauchens wichtig.Typische Beschwerden können Druckgefühl auf dem Ohr und dumpfes Hören sein. Bei länger bestehender Funktionsstörungen der Tuba auditiva kann es zur Ausbildung von Paukenergüssen und chronischen Mittelohrentzündungen kommen.


Diagnostik

Es wird eine Hörprüfung (Audiometrie), eine Trommelfellbeweglichkeitsprüfung (Tympanometrie) und ggf. eine Computertomographie des Felsenbeines durchgeführt, um die gesamte Anatomie und ihre Funktionen beurteilen zu können.


Therapie

Die Tubendilatation mit dem Bielefelder Ballonkatheter ist ein speziell zur Therapie der chronischen Tubenfunktionsstörung konzipiertes minimalinvasives Verfahren. Dabei wird während einer kurzen Narkose über die Nase ein spezielles Endoskop vor dem Tubenwulst im Nasenrachen platziert. Anschließend wir ein kleiner Ballonkatheter in die Eustachische Röhre vorgeschoben. Dieser wird dann für zwei Minuten auf 10 bar aufgepumpt. Dabei dehnt er sich auf ein definiertes Maß von 3,6 Millimeter aus und erweitert die Ohrtrompete. Hierdurch kommt es zu einer langfristig besseren Funktion der Ohrtrompete. Es ist sehr wichtig, dass die Ohrtrompete nicht zu weit gedehnt wird, da sich in der Nähe zum einen die Kopfschlagader befindet, zum anderen ein Krankheitsbild der „klaffenden Tube“ entstehen könnte. Die Ohrtrompete muss nämlich in Ruhe geschlossen sein, da man sonst permanent das eigene Atemgeräusch hört und zusätzlich ein Echo beim Sprechen. Es ist also sehr wichtig, dass man ein gesundes Maß für die Ohrtrompetendehnung findet. Nennenswerte Komplikationen sind bei den bisher behandelten Patienten jedoch nicht aufgetreten.

Die Operation

Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt und bedingt einen stationären Aufenthalt in der Klinik von 1 Tag. Am Aufnahmetag wird die OP durchgeführt - die Entlassung erfolgt am Morgen des nächsten Tages.

Nach der Operation

Nach der stationären Entlassung ist der Patient voll belastungsfähig. Zur Kontrolle der Tubenfunktion wird nach 2 Monaten nochmals eine Tympanometrie durchgeführt.